Das gemusterte Gewebe des Teppichs fand schon im Altertum seinen Platz auf dem Boden, über Polstern und an Seitenwänden. In der gegenwärtigen Zeit befinden sich nur noch im Orient die Teppiche an den Wänden. Sie kennen das kunstvolle Knüpfwerk in vielfältigen Designs als festen Bestandteil der eigenen vier Wände und wohnliches Accessoire.

 

carpetIn der Sprachgeschichte geht das Knüpfwerk auf den etymologischen Ursprung des Altgriechischen »tapes« zurück. Darüber hinaus lässt sich der Teppich als Lehnwort aus dem Persischen verstehen und mit der Funktion »bedecken« übersetzen. Im Orient werden die Teppiche in einem Rahmen per Hand geknüpft. Wohingegen in Europa die Hersteller einen Webrahmen verwenden. Zu den Webteppichen zählen Doppelwerk-, Ruten- und Knüpfteppiche.

 

Archäologische Funde des ersten Teppichs

Gehen wir zurück in die frühen Anfänge und zu den ältesten Funden, gelangen wir nach Südsiberien. An diesem Ort haben Archäologen 1949 in einem Grab in der äußeren Mongolei einen Teppich gefunden, der sich dank des Verfahrens der Eiskonservierung noch in einem guten Zustand befindet. Nach weitreichenden Untersuchungen stellte sich heraus, dass dieser Teppich bereits 500 v. Chr. im Bereich von Westasien geknüpft wurde. Heute haben Sie die Möglichkeit, diesen lebendigen Zeitzeugen in der Eremitage in St. Petersburg zu bewundern und die typischen Charakteristika eines Orientteppichs nachvollziehen.

 

Orientalische Architekten legen Basis für heutige Geschichtsschreibung

Teppichknüpferin

Teppichknüpferin

Bereits Alexander der Große hat von seinen Feldzügen die ersten Teppiche aus Asien mitgebracht. Diese lassen sich heute nur noch in Ansätzen rekonstruieren. Möchten Sie die vergangenen Entwicklungen nachvollziehen, sind die Historiker auf die bildlichen Überlieferungen aus der Zeit angewiesen. Einen maßgeblichen Anteil zur Überlieferung leisteten die Architekten des Orients, die sich von den Mosaikmustern der Zeit inspirieren ließen. Diese Muster kamen auf den Teppichen und den Bauten zum Tragen. Das architektonische Erbe der Bauwerke erzählt noch heute von den traditionellen Knüpftechniken. Die frühen Auftragsmalereien am Adelshof legten ebenfalls eine grundlegende Basis für die gegenwärtige Geschichtsschreibung der osmanischen Teppichknüpferei. Die Gemälde zeigen die kunstvoll gearbeiteten Teppiche und bieten einen realistischen Eindruck von der Verarbeitung und den Mustern.

 

Schutz und Symbolhaftigkeit der Teppiche in Nomadenstämmen

Die Nomaden wandten die Technik des Flechtens an, um vorab bewegliches Material, wie zum Beispiel Weiden, dauerhaft miteinander zu verbinden. Um ein Gewebe herzustellen, muss nur der Kett- und Schussfaden verbunden werden. Die Nomaden selbst flochten ausschließlich für den privaten Eigenbedarf und stellten schützende Vorhänge für die Zeltwände oder Türen her. Taschen, Koffer und Säcke wurden ebenfalls durch dieses Verfahren hergestellt. Alle Mitglieder eines Stammes wussten die praktischen Eigenschaften eines Teppichs zu schätzen. Das robuste Gewebe ließ sich in wenigen Augenblicken einrollen, auf dem Kamel positionieren und am Nachtlager wieder ausrollen.

 

Die signifikante Provenienz der Teppiche lesen

Mit der Zeit entwickelte jeder Stamm mit verschiedenen Flechttechniken und Abbildungen ein typisches Muster und konnte sich gegen andere absetzen. Als Herkunftsbezeichnung gilt der Begriff Provenienz. Anhand dieser Kennzeichen lassen sich Aussagen über die Qualität, den Ort und die Herstellung machen. Der heutige Ursprung der orientalischen Teppiche liegt in Indien, in der Türkei und im Iran. Weitere Herstellungsländer liegen in der Mongolei, Japan, Nepal und im Kaukasus.